Archiv der Kategorie: Neuerscheinungen

Renata Rollfinke Verlag bringt das Buch „Russische Rhapsodie“ von Vadim Palmov heraus

Mit den Novellen „Jahreszeiten“ und „Schicksalsprobe“ nimmt Sie der bekannte Musiker und Autor Vadim Palmov mit auf eine Reise zwischen die Welten.

Vadim Palmov wurde 1962 in Swerdlowsk (Jekaterinburg) in einer Familie von Musikern geboren. Nach der zehnjährigen Musikschule absolvierte er 1980 ein Jahr am Uraler Konservatorium, bevor er nach Leningrad ging. Dort wurde er in die Klasse von Nathan Efimowitsch Perelman am Leningrader Rimski-Korsakow Konservatorium aufgenommen. Das Treffen mit Perelman war entscheidend für sein Schicksal und beeinflusste die Sichtweise Palmovs auf seinen Beruf. Nathan Perelman wurde Palmovs Mentor und ihre künstlerische und menschliche Beziehung dauerte bis zum letzten Lebenstag des Lehrers an. Durch seine weltweiten Aufführungen von Werken des XX. und XXI. Jahrhunderts wurde Palmov als Interpret moderner Musik bekannt. Die vielfältige Persönlichkeit des Musikers führte ihn dazu, in den 90er Jahren 13 unterschiedliche Festivals zu organisieren, bei denen nicht nur die Musik, sondern auch andere Formen der Kunst berücksichtigt wurden. Heute lebt Palmov in Deutschland und Russland, unterrichtet an der Hochschule für Musik in Karlsruhe und gibt Konzerte. Weiterlesen

Pervez Mody legt eine neue Skrjabin-CD vor

(CD – Empfehlung von einem Gastautor)
Es ist schon erstaunlich, wie sehr Chopin noch fast 50 Jahre nach seinem Tod die frühen Werke von Alexander Skrjabin (1872-1915) prägte.
Doch der aus Indien stammende, in Russland ausgebildete und in Deutschland lebende Pianist Pervez Mody weiß die Tendenzen zur Moderne Skrjabins bereits in den zehn Mazurken op.3 mit untrüglichem Gespür für die agogische Biegsamkeit des Rhythmus’ und artikulatorischer Finesse aufzuspüren. Auch wie er die viersätzige Sonate Nr. 1, f-moll, op.6 in ihren dramatischen Aufgipfelungen souverän bis zu den Erschütterungen des Trauermarsches gestaltet und die nervöse Exzentrik der Sonate Nr.9 mit dem Titel „Schwarze Messe“ mit sublimen Anschlag, aber auch kraftvoll-kernigem Ton transzendentale Qualität verleiht, erhebt Mody zu einem der ersten Skrjabin-Interpreten unserer Zeit.

Alexander Skrjabin: Sonaten Nr. 1 u. 9, Mazurken op.3, Pervez Mody (Klavier), CD, Thorofon

 

Quelle: Neue Westfälische, 16, 17 Juli 2011 (gans)

Ernst Kuhn Verlag bringt zwei umfassende Studien zur russischen Musik heraus

Berlin. Zwei bedeutende  Bücher sind dieses Jahr im Ernst Kuhn Verlag erschienen. Das erste Buch trägt den Titel: Georges Catoire – seine Musik, sein Leben, seine Ausstrahlung, Autorin: Anna Zassimova

Die Musik des russischen Komponisten französischer Abstammung Georges Catoire (1861–1926) (russische Namensform: Georgij oder Jegor L’vovič Katuar) ist, nachdem 1998 der kanadische Pianist Marc-André Hamelin mit seiner CD-Einspielung der Klavierwerke Catoires die internationale Musikwelt aufhorchen ließ, unvermittelt zum Gegenstand größerer Aufmerksamkeit geworden. Catoires Kompositionen, musiksprachlich an Gabriel Fauré und den frühen Skrjabin erinnernd und so in einer Zeit des musikalischen Stilwandels stets irgendwie „dazwischen“ liegend, beeindrucken vor allem durch ihren hohen Kunstwert, ihre Wahrhaftigkeit und ihre Schönheit. Schon Catoires Zeitgenossen lobten diese Musik für ihre selbständige und reiche Gedankenwelt, ihre progressive Beziehung zur Tonalität und für ein feines harmonisches Gespür. Weiterlesen

Elisaveta Blumina spielt „Kinderhefte“ und „Klaviersonate Nr. 1“ von Weinberg ein

von Helmut Rohm

Nach und nach und glücklicher Weise wird seit einigen Jahren das umfängliche und hoch bedeutende Schaffen des polnisch-russischen Komponisten Mieczyslaw Weinberg auch im Westen entdeckt und aufgeführt. Eine echte Bereicherung!

Gerade hatte sich der 1919 in Warschau geborene Sohn jüdischer Eltern angeschickt, eine erfolgreiche Pianistenkarriere zu beginnen, da musste er vor den Nazis fliehen – zuerst nach Minsk, wo er zwanzigjährig seine Erste Klaviersonate op. 5 komponierte, dann weiter ins usbekische Taschkent – wo er als Korrepetitor an der Oper Fuß fassen konnte.

Tiefe Freundschaft zu Schostakowitsch

Nachdem Dimitri Schostakowitsch Weinbergs dort entstandene Erste Symphonie kennen gelernt hatte, sorgte er dafür, dass der dreizehn Jahre jüngere 1943 nach Moskau übersiedeln und sich als freischaffender Komponist niederlassen konnte. Auch von Stalin wurde er bald verfolgt und 1953 inhaftiert. Wieder war es Schostakowitsch, der sich für den mit dem Tode Bedrohten einsetzte. Zwischen beiden Komponisten entwickelte sich eine lebenslange tiefe Freundschaft. Weinberg, der als Pianist viele Werke Schostakowitschs uraufgeführt hat, schickte sich an, als Komponist in einem wahren Schaffensdrang ein riesiges Oeuvre zu schaffen. Es umfasst u.a. sieben Opern, mehrere Operetten, 27 Symphonien und andere Orchesterwerke, 17 Streichquartette, Werke fürs Ballett und den Film und vieles mehr. Weiterlesen

In Russland erschien eine neue Biographie über Sergej Prokofjew

Russland. Lyriker und Forscher, Igor Wischnewezkij, verfasste die neue, dreibändige Biographie über den Komponisten Sergej Prokofjew. Einzelne Probekapitel wurden im Online-Magazin „Topos“ zugänglich gemacht. Das umfangreiche, monumentale  Werk stieß auf breite Resonanz der Leser und scheint alle zuvor veröffentlichte biographische Bücher über Prokofjew in den Schatten zu stellen. Der Journalist, Dmitrij Bawilskij, sprach mit dem Verfasser über sein Buch. Das Interview in russ. Sprache ist unter dem folgenden Link einsehbar: hier…

Neu erschienen bei Thorofon: PERVEZ MODY plays SCRIABIN

Die neue Einspielung von Pervez Mody enthält einen Querschnitt aus dem Schaffen des bekannten russischen Komponisten Alexander Skrjabin, der als eine der innovativsten und außergewöhnlichsten Gestalten der Musikgeschichte gilt. Die frühen Kompositionen sind vor allem durch seinen Lieblingsmusiker Chopin, aber auch durch Schumann und Liszt  beeinflusst. Die mittlere Schaffensphase – die eingespielten Werke op. 30, 32, 34 und 38 stammen alle aus dem Jahre 1903 – zeugt bereits von kühner Harmonik und extravaganten Formexperimenten bis hin zur Atonalität. Das 1914 entstandene „Vers la flamme“ ist ein reifes Spätwerk, das sich durch den sogenannten mystischen oder prometheischen Akkord, der die Grenzen der Tonalität hinter sich lässt, auszeichnet. Weiterlesen