Archiv der Kategorie: Neuerscheinungen

„Das Buch über Strawinsky“ neu erschienen beim Verlag Ernst Kuhn

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Berlin. Im Verlag Ernst Kuhn in Berlin erschien kürzlich das Buch des bekannten russischen Musikwissenschaftlers Boris Assafjew „Das Buch über Strawinsky“ in deutscher Sprache.

„Boris Assafjews Buch über Strawinsky, eine brillante Interpretation von Strawinskys Musik und ihrer Bedeutung für das zwanzigste Jahrhundert, kam 1929 in Leningrad heraus und wurde auf der Stelle verboten… Das Buch ist ein Klassiker der Kritik… Der Komponist gab offen zu, daß niemand ihn besser verstand als Assafjew… Aber es ist ein bedrohliches Gefühl, von jemandem völlig verstanden zu werden. Wer will schon sein Alter ego? Strawinsky jedenfalls wollte es nicht.“ (Robert Craft im Vorwort zur amerikanischen Ausgabe von 1982) Weiterlesen

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Über das Buch „Planet Germania“ von Artur Rosenstern

Und über die Chance, fremd zu sein!

„Im Verstehen um das Anders- und So-Sein der menschlichen Existenz  leistet seine Arbeit einen schönen und wesentlichen Beitrag.“

Dr. phil. Wolfgang Kühnhold,
Theaterregisseur und Intendant des Dalheimer Sommers

Artur Rosenstern berichtet in seinem Buch anhand situationskomischer Episoden aus der Sicht seines Protagonisten Andrej über den gewöhnungsbedürftigen Planeten Germania. Mal humorvoll, mal philosophisch und melancholisch tragen Andrej und sein Freund Murat dazu bei, das Anderssein menschlicher Existenzen zu verstehen, und leisten so einen wertvollen Beitrag in der aktuellen Integrationsdebatte.

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Der Traum: Ein Leben als waschechter Wessi
Andrej träumt schon lange von einem Leben als waschechter Wessi und davon, etwas zu werden. Kurz nach der Öffnung der Grenze packt er seinen alten sowjetischen Koffer, um sich auf ins gelobte Deutschland, besser gesagt, nach Westdeutschland zu machen. Denn die gelten nun mal als am allerdeutschesten. Endlich bei der Verwandtschaft in Detmold angekommen, stellen sich Andrej schnell die Fragen: Wie werde ich etwas? und Was ist überhaupt etwas? Laut seinem Onkel kommt’sch auf die PS an. Der kann gerade mal übers Lenkrad gucken, plädiert allerdings für einen dicken Benz. Hascht du viele PS, bischt du was, hascht du wenig PS, bischt du nix! Was zunächst so einfach klingt, gestaltet sich für Andrej zunehmend schwieriger. Schon kommen ihm erste Zweifel beim Kennenlernen der neuen Kultur. Immer mehr beschäftigen ihn diese Fragen und leiten ihn in der ungewohnten Umgebung auf der Suche nach sich selbst.

Ideelle versus materielle Integration    
Andrej will Deutscher werden, damit man ihm mit Achtung begegnet. Wissensdurstig und offen macht er sich daran, seine neue Heimat zu erkunden, allem voran die deutsche Sprache. Sein großes Vorbild E.T.A. Hoffmann beeinflusst seinen Weg. Weiterlesen

Im Ernst Kuhn Verlag erscheinen zwei weitere wertvolle Bände zur russischen Musik

Berlin. Ernst Kuhn Verlag bringt zwei weitere bedeutende Bände zur russischen Musik heraus. Der erste Band trägt den Titel: Alexander Skrjabin auf seinem Weg zum Mysterium von Boris de Schloezer, und erscheint in der Skrjabin-Studien-Reihe als Band 2, mit einer Dokumentation der Auseinandersetzungen um Leonid Sabanejews Skrjabin-Buch von 1916 sowie einem Essay von Andreas Wehrmeyer. Herausgegeben und übertragen aus dem Russischen wurde das Buch von Ernst Kuhn.

Das Buch des Kulturphilosophen und Musikkritikers Boris de Schloezer über seinen Schwager und Freund, den Komponisten Alexander Skrjabin, entstand im Jahre 1919 in bewußter Opposition zu der kurz zuvor veröffentlichten Darstellung Leonid Sabanejews, der mit seinen provozierend vereinfachenden Thesen zur Gedankenwelt Skrjabins einen Skandal ausgelöst hatte. Weiterlesen

Renata Rollfinke Verlag bringt das Buch „Russische Rhapsodie“ von Vadim Palmov heraus

Mit den Novellen „Jahreszeiten“ und „Schicksalsprobe“ nimmt Sie der bekannte Musiker und Autor Vadim Palmov mit auf eine Reise zwischen die Welten.

Vadim Palmov wurde 1962 in Swerdlowsk (Jekaterinburg) in einer Familie von Musikern geboren. Nach der zehnjährigen Musikschule absolvierte er 1980 ein Jahr am Uraler Konservatorium, bevor er nach Leningrad ging. Dort wurde er in die Klasse von Nathan Efimowitsch Perelman am Leningrader Rimski-Korsakow Konservatorium aufgenommen. Das Treffen mit Perelman war entscheidend für sein Schicksal und beeinflusste die Sichtweise Palmovs auf seinen Beruf. Nathan Perelman wurde Palmovs Mentor und ihre künstlerische und menschliche Beziehung dauerte bis zum letzten Lebenstag des Lehrers an. Durch seine weltweiten Aufführungen von Werken des XX. und XXI. Jahrhunderts wurde Palmov als Interpret moderner Musik bekannt. Die vielfältige Persönlichkeit des Musikers führte ihn dazu, in den 90er Jahren 13 unterschiedliche Festivals zu organisieren, bei denen nicht nur die Musik, sondern auch andere Formen der Kunst berücksichtigt wurden. Heute lebt Palmov in Deutschland und Russland, unterrichtet an der Hochschule für Musik in Karlsruhe und gibt Konzerte. Weiterlesen

Pervez Mody legt eine neue Skrjabin-CD vor

(CD – Empfehlung von einem Gastautor)
Es ist schon erstaunlich, wie sehr Chopin noch fast 50 Jahre nach seinem Tod die frühen Werke von Alexander Skrjabin (1872-1915) prägte.
Doch der aus Indien stammende, in Russland ausgebildete und in Deutschland lebende Pianist Pervez Mody weiß die Tendenzen zur Moderne Skrjabins bereits in den zehn Mazurken op.3 mit untrüglichem Gespür für die agogische Biegsamkeit des Rhythmus’ und artikulatorischer Finesse aufzuspüren. Auch wie er die viersätzige Sonate Nr. 1, f-moll, op.6 in ihren dramatischen Aufgipfelungen souverän bis zu den Erschütterungen des Trauermarsches gestaltet und die nervöse Exzentrik der Sonate Nr.9 mit dem Titel „Schwarze Messe“ mit sublimen Anschlag, aber auch kraftvoll-kernigem Ton transzendentale Qualität verleiht, erhebt Mody zu einem der ersten Skrjabin-Interpreten unserer Zeit.

Alexander Skrjabin: Sonaten Nr. 1 u. 9, Mazurken op.3, Pervez Mody (Klavier), CD, Thorofon

 

Quelle: Neue Westfälische, 16, 17 Juli 2011 (gans)

Ernst Kuhn Verlag bringt zwei umfassende Studien zur russischen Musik heraus

Berlin. Zwei bedeutende  Bücher sind dieses Jahr im Ernst Kuhn Verlag erschienen. Das erste Buch trägt den Titel: Georges Catoire – seine Musik, sein Leben, seine Ausstrahlung, Autorin: Anna Zassimova

Die Musik des russischen Komponisten französischer Abstammung Georges Catoire (1861–1926) (russische Namensform: Georgij oder Jegor L’vovič Katuar) ist, nachdem 1998 der kanadische Pianist Marc-André Hamelin mit seiner CD-Einspielung der Klavierwerke Catoires die internationale Musikwelt aufhorchen ließ, unvermittelt zum Gegenstand größerer Aufmerksamkeit geworden. Catoires Kompositionen, musiksprachlich an Gabriel Fauré und den frühen Skrjabin erinnernd und so in einer Zeit des musikalischen Stilwandels stets irgendwie „dazwischen“ liegend, beeindrucken vor allem durch ihren hohen Kunstwert, ihre Wahrhaftigkeit und ihre Schönheit. Schon Catoires Zeitgenossen lobten diese Musik für ihre selbständige und reiche Gedankenwelt, ihre progressive Beziehung zur Tonalität und für ein feines harmonisches Gespür. Weiterlesen

Elisaveta Blumina spielt „Kinderhefte“ und „Klaviersonate Nr. 1“ von Weinberg ein

von Helmut Rohm

Nach und nach und glücklicher Weise wird seit einigen Jahren das umfängliche und hoch bedeutende Schaffen des polnisch-russischen Komponisten Mieczyslaw Weinberg auch im Westen entdeckt und aufgeführt. Eine echte Bereicherung!

Gerade hatte sich der 1919 in Warschau geborene Sohn jüdischer Eltern angeschickt, eine erfolgreiche Pianistenkarriere zu beginnen, da musste er vor den Nazis fliehen – zuerst nach Minsk, wo er zwanzigjährig seine Erste Klaviersonate op. 5 komponierte, dann weiter ins usbekische Taschkent – wo er als Korrepetitor an der Oper Fuß fassen konnte.

Tiefe Freundschaft zu Schostakowitsch

Nachdem Dimitri Schostakowitsch Weinbergs dort entstandene Erste Symphonie kennen gelernt hatte, sorgte er dafür, dass der dreizehn Jahre jüngere 1943 nach Moskau übersiedeln und sich als freischaffender Komponist niederlassen konnte. Auch von Stalin wurde er bald verfolgt und 1953 inhaftiert. Wieder war es Schostakowitsch, der sich für den mit dem Tode Bedrohten einsetzte. Zwischen beiden Komponisten entwickelte sich eine lebenslange tiefe Freundschaft. Weinberg, der als Pianist viele Werke Schostakowitschs uraufgeführt hat, schickte sich an, als Komponist in einem wahren Schaffensdrang ein riesiges Oeuvre zu schaffen. Es umfasst u.a. sieben Opern, mehrere Operetten, 27 Symphonien und andere Orchesterwerke, 17 Streichquartette, Werke fürs Ballett und den Film und vieles mehr. Weiterlesen