Archiv der Kategorie: Bücher

Neuer Roman „Unbekannte Briefe“ von Oleg Jurjew erschienen

Auch als E-Book in allen einschlägigen Stores erhältlich (Epub / Mobipocket, 15,99 €).

»Lieber Kornei Iwanowitsch, nun berichtet die Prawda, dass auch Sie gestorben sind. Das erlaubt mir, in kameradschaftlicherer Weise mit Ihnen zu sprechen – ab und an glaube ich, auch ich sei gestorben.«

1689_LDies schreibt der Schriftsteller Dobytschin an den allseits bewunderten Literaturkritiker, Übersetzer und Kinderbuchautor Tschukowski. Er schreibt dies Jahre nach seinem eigenen vermeintlichen Tod. Auch der kleine Moskauer Literat Pryschow schreibt an einen allseits bewunderten Autor, Fjodor Dostojewski, dem Pryschow Vorbild war für eine Figur in seinem Roman »Die Dämonen«. Der wirre Brief ist adressiert an den, der mit ihm aufwuchs, und den, der nun Pryschows Leben als Material benutzt. Der alkoholkranke Pryschow hält sich dabei mit antisemitischen Invektiven gegen Dostojewski nicht zurück – dann wieder sucht er das Verständnis des großen Autors.

Schließlich meldet sich auch der kranke und hungrige Jakob Michael Reinhold Lenz bei seinem Gönner Karamsin – wahrscheinlich am Tag seines Todes. Lenzens anrührender Brief wird plötzlich zu einem Brief an den Freund Goethe, dann zu einem Bittbrief an den Vater, dann wieder wendet er sich erneut Karamsin zu. Weiterlesen

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RHEIN! – Zeitschrift für Worte, Bilder, Klang widmete ihre Herbstausgabe der deutschen Literatur aus Russland

rhein_13_-2016_frontcover_ro_jpgtKöln. Die Literatur- und Kunstzeitschrift RHEIN! widmete ihre Herbstausgabe (Nr. 13) der deutschen Literatur aus Russland. Am 25. November 2016 wurde diese Ausgabe von der Redaktion und einigen in der Ausgabe vertretenen Autoren wie Eleonora Hummel, Artur Rosenstern und Waldemar Weber im Kölner Theater Ensemble Phoenix im Rahmen des Kunstfestes „KUNST ALS BRÜCKE: DEUTSCHLAND UND RUSSLAND, LITERATUR UND MUSIK“ der Öffentlichkeit vorgestellt. Unter anderem mit Musik von Alfred Schnittke. Der bekannte Komponist Bernd Hänschke umrahmte mit einigen Musikern aus der Umgebung die Lesungen der Autoren musikalisch und vertonte eigens für diesen Abend Texte deutsch-russischer und russlanddeutscher Autoren.

Während die Deutsche Literatur aus Rumänien den deutschen Lesern bereits seit den 70er Jahren ein Begriff ist, kennt der Leser hierzulande kaum die deutschsprachige Literatur aus Russland. Die deutschsprachigen Autoren, Künstler und Wissenschaftler waren in den 30er und 40er Jahren des 20. Jahrhunderts zum großen Teil den stalinistischen Säuberungen zum Opfer gefallen. Weiterlesen

Der neue Literaturalmanach ist erschienen

Das (hoch-)gelobte Land –  Almanach 2015 /16 der Deutschen aus Russland ist erschienen

(Gastbeitrag von Melitta Roth)

Almanach_2015_16_Böpple_cover_groß.jpgIm März dieses Jahres erschien im Anthea Verlag eine Anthologie, die seit 1995 in fast regelmäßiger Folge vom Literaturkreis der Deutschen aus Russland herausgegeben wird. Werke von mehr als zwanzig Autoren und Autorinnen sind diesmal versammelt – darunter bekannte Namen wie Eleonora Hummel, Elena Seifert, Agnes Gossen, Artur Rosenstern oder Andreas Peters, ebenso wie einige beachtenswerte Neuentdeckungen. Mit dabei sind Literaturschaffende, die als Erwachsene oder als Kinder nach Deutschland gekommen sind und mittlerweile auch solche, die hier geboren wurden.

„Das (hoch-)gelobte Land“ lautet bezeichnenderweise der Titel dieser Sammlung. Er verweist darauf, dass die Menschen im Zuge ihrer Auswanderung nach Deutschland so manche Illusion über die neue Heimat gehegt haben, die sich nach der Ankunft recht bald in Luft aufgelöst hat. Der rote VW-Käfer auf dem Umschlag, als eine Reminiszenz an die bundesrepublikanische Ära und ein Symbol für das Deutsche an sich, deutet mitsamt seiner Spiegelung ebenfalls das Andocken an dieses varzaubert-entzauberte Land an. Herausgekommen ist eine abwechslungsreiche Mischung aus Weiterlesen

Ernst Kuhn Verlag meldet eine Neuerscheinung über Igor Strawinsky

ssm 52_smallEin Buch von Waleri Smirnow

Igor Strawinskys früher Aufstieg zum Ruhm
Hintergründe und Analysen

Waleri Smirnows Buch über Strawinskys künstlerische Werdejahre, geschrieben 1968 in Leningrad, gehört zu den wichtigen Arbeiten der internationalen Strawinsky-Literatur. Den Komponisten berührte es, daß sich nach seinem UdSSR-Besuch im Herbst 1962 nach Jahrzehnten des Verdrängens und Verschweigens auch die dortige Fachwelt wieder mit ihm zu beschäftigen begann. Anfang 1971 berichtet er seinem Freund und Assistenten Robert Craft: „Ein neues sowjetisches Buch über die Entwicklung Igor Strawinskys, geschrieben von einem gewissen Smirnow, verspricht, mich auf vieles in meinem früheren Leben aufmerksam zu machen.“

Strawinsky war kein musikalisches „Wunderkind“. Seine ersten Kompositionen blieben zunächst gleichsam Mittelmaß. Erst nachdem er im Alter von 22 Jahren Privatschüler Rimsky-Korsakows geworden war, begann für ihn ein rasanter künstlerischer Aufstieg. Mit 28 Jahren schuf er dann das Ballett L’Oiseau de feu, das ihn mit einem Schlag weltberühmt machte.
Waleri Smirnow geht dem Geheimnis dieses Aufstieges nach. Weiterlesen

Physiognomie eines Komponisten – Im Ernst Kuhn Verlag erschien eine neue Studie zu Strawinsky

savenko_3_smallNeues Buch von Svetlana Savenko
Igor Strawinsky
Physiognomie eines Komponisten
Aus dem Russischen übersetzt von Ernst Kuhn

Svetlana Savenko ist bislang mit über 100 Publikationen (darunter auch Übersetzungen ins Englische und Deutsche) hervorgetreten. Im vorliegenden Buch untersucht sie anhand ausgewählter Werkbetrachtungen Phänomene und Eigenart der Musik Igor Strawinskys. Von Universalien des Stils und des Genres, der Rolle des Wortes und der Folklore in Strawinskys Musik ausgehend, gelangt sie zu pointierten Einsichten in den Schaffensprozeß des Komponisten, die sich nicht zuletzt auch auf Ergebnisse ihres Studiums der Manuskripte, Skizzen und Fragmente stützen, welche im Strawinsky-Archiv der Paul-Sacher-Stiftung in Basel aufbewahrt werden. In gesonderten Kapiteln widmet sich die Autorin ferner den musikalischen Bearbeitungen und Transkriptionen Strawinskys, seinen literarisch-publizistischen Äußerungen und der Stellung seiner Musik im stilistischen Kontext der Zeit. Ein abschließender Exkurs behandelt das enge Verhältnis, das Strawinsky zu dem vor allem in Frankreich wirkenden, aus Rußland stammenden Musikschriftsteller und politischen Publizisten Pierre Souvtchinski unterhalten hat. Weiterlesen

„Das Buch über Strawinsky“ neu erschienen beim Verlag Ernst Kuhn

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Berlin. Im Verlag Ernst Kuhn in Berlin erschien kürzlich das Buch des bekannten russischen Musikwissenschaftlers Boris Assafjew „Das Buch über Strawinsky“ in deutscher Sprache.

„Boris Assafjews Buch über Strawinsky, eine brillante Interpretation von Strawinskys Musik und ihrer Bedeutung für das zwanzigste Jahrhundert, kam 1929 in Leningrad heraus und wurde auf der Stelle verboten… Das Buch ist ein Klassiker der Kritik… Der Komponist gab offen zu, daß niemand ihn besser verstand als Assafjew… Aber es ist ein bedrohliches Gefühl, von jemandem völlig verstanden zu werden. Wer will schon sein Alter ego? Strawinsky jedenfalls wollte es nicht.“ (Robert Craft im Vorwort zur amerikanischen Ausgabe von 1982) Weiterlesen

Über das Buch „Planet Germania“ von Artur Rosenstern

Und über die Chance, fremd zu sein!

„Im Verstehen um das Anders- und So-Sein der menschlichen Existenz  leistet seine Arbeit einen schönen und wesentlichen Beitrag.“

Dr. phil. Wolfgang Kühnhold,
Theaterregisseur und Intendant des Dalheimer Sommers

Artur Rosenstern berichtet in seinem Buch anhand situationskomischer Episoden aus der Sicht seines Protagonisten Andrej über den gewöhnungsbedürftigen Planeten Germania. Mal humorvoll, mal philosophisch und melancholisch tragen Andrej und sein Freund Murat dazu bei, das Anderssein menschlicher Existenzen zu verstehen, und leisten so einen wertvollen Beitrag in der aktuellen Integrationsdebatte.

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Der Traum: Ein Leben als waschechter Wessi
Andrej träumt schon lange von einem Leben als waschechter Wessi und davon, etwas zu werden. Kurz nach der Öffnung der Grenze packt er seinen alten sowjetischen Koffer, um sich auf ins gelobte Deutschland, besser gesagt, nach Westdeutschland zu machen. Denn die gelten nun mal als am allerdeutschesten. Endlich bei der Verwandtschaft in Detmold angekommen, stellen sich Andrej schnell die Fragen: Wie werde ich etwas? und Was ist überhaupt etwas? Laut seinem Onkel kommt’sch auf die PS an. Der kann gerade mal übers Lenkrad gucken, plädiert allerdings für einen dicken Benz. Hascht du viele PS, bischt du was, hascht du wenig PS, bischt du nix! Was zunächst so einfach klingt, gestaltet sich für Andrej zunehmend schwieriger. Schon kommen ihm erste Zweifel beim Kennenlernen der neuen Kultur. Immer mehr beschäftigen ihn diese Fragen und leiten ihn in der ungewohnten Umgebung auf der Suche nach sich selbst.

Ideelle versus materielle Integration    
Andrej will Deutscher werden, damit man ihm mit Achtung begegnet. Wissensdurstig und offen macht er sich daran, seine neue Heimat zu erkunden, allem voran die deutsche Sprache. Sein großes Vorbild E.T.A. Hoffmann beeinflusst seinen Weg. Weiterlesen