Das 5. Russische Kammermusikfest Hamburg steht vor der Tür

Logo PR 5 Russisches Kammermusikfest Hamburg 2014_mittelIn diesem Jahr steht die besondere kulturelle Verbindung zwischen Russland und Frankreich im Fokus des 5. Russischen Kammermusikfestes Hamburg 2014. Die Konzertprogramme spiegeln mit exemplarischen Werken russischer und französischer Komponisten diese Verbindung wider. Noch vor 100 Jahren war Französisch die in den oberen Schichten Russlands dominierende Sprache; Gleichzeitig fand ein umfassender kultureller Austausch statt. Viele russische Künstler suchten ihre Wahlheimat in Frankreich; Prokofjew und Glasunow komponierten hier viele ihrer Werke. Strawinskys berühmtes Ballett „Le Sacre du Printemps“, uraufgeführt im Théâtre des Champs-Élysées Paris, wurde zu einem der größten Musikskandale des letzten Jahrhunderts. Komponisten wie Debussy, Poulenc oder Ravel bewunderten die russische Musik und waren glühende Verehrer von Mussorgski, Glinka oder Prokofjew. So widmete Poulenc z.B. seine Oboen Sonate Sergej Prokofjew, die beim Eröffnungskonzert des Russischen Kammermusikfestes von Kalev Kuljus und Elisaveta Blumina vorgetragen wird.

Besondere Höhepunkte des diesjährigen Kammermusikfestes sind gleich zwei Uraufführungen beim Eröffnungskonzert: das Trio für Oboe, Fagott und Klavier von Uri Brener mit einer dem Ensemble Blumina gewidmeten Version sowie „Les Fleurs du silence“ für Sopran und Saxophon von Maria Bulgakova (nach Texten von Charles Baudelaire), welches die Komponistin und Sopranistin dem Russischen Kammermusikfest gewidmet hat und von ihr selbst vortragen wird.

Das im Jahre 1999 unter dem Namen “Arsika” gegründete Khachaturyan Trio trägt die Musik „Armeniens im Herzen“. Kritiker würdigten mehrfach die Virtuosität, das sichere Stilempfinden, den warmen Klang, die Brillanz und tiefe Musikalität des Trios. Immer wieder arbeiten die jungen Musiker in enger Kooperation mit zeitgenössischen Komponisten und haben eine ganze Reihe neuer Kompositionen uraufgeführt, so u.a. das Trio von Tigran Mansurian, eines engen Freundes des Ensembles. Mit Arno Babajanians Musik wird Armeniens reiche Kultur als eine „Wiege der Christenheit“ erlebbar.

Der Pianist Vassily Lobanov, der seinerzeit noch mit Swjatoslaw Richter vierhändig gespielt hat, gilt als einer der bedeutendsten russischen Komponisten und Pianisten seiner Generation. Alfred Schnittke schrieb über Lobanov: „Es gibt begabte Komponisten, es gibt begabte Pianisten, aber selten findet man solch eine Kongenialität dieser Begabungen wie bei Vassily Lobanov…“ Zu hören sein wird u.a. Lobanovs eigene Klaviersonate Nr. 2 und ein eigenes Werk für Klavier vierhändig, zusammen mit der Künstlerischen Leiterin des Musikfestes Elisaveta Blumina.

Der in St. Petersburg geborene Starpianist Alexei Volodin, der in der ganzen Welt mit vielen berühmten Orchestern konzertiert, kommt auf Einladung des Russischen Kammermusikfestes zum ersten Mal nach Hamburg! Mit auf dem Programm steht die Musik von Nikolai Kapustin, die Alexej Volodin besonders liebt, und die Musik von Maurice Ravel, der die russische Musiktradition vergötterte und zum Beispiel viel im Auftrag von Sergej Djagilew, dem Impresario des „Ballets Russes“, komponierte. Alexei Volodins besonderes „Bonjour la Russie“: „Miroirs“ von Maurice Ravel.

Auch in diesem Jahr werden wieder junge herausragende Talente, wie die vielversprechende niederländische Cellistin Ella van Poucke (Stipendiatin der Kronberg Academy) mit ihrem Bruder Nicolas van Poucke am Klavier, Kostproben ihrer Virtuosität geben. Im ersten Teil des Konzertes spielt die junge Bratschistin Dana Zemtsov (ebenfalls aus den Niederlanden) unter anderem ein Werk ihres Großvaters, des bekannten und in Hamburg lebenden Komponisten Evgeni Zemtsov. In einem weiteren Konzert ist der junge und mehrfach preisgekrönte Cellist Andrei Ionita zusammen mit der als Klavier-Begleiterin geschätzten St. Petersburger Pianistin Mara Mednik zu hören.

Das diesjährige Abschlusskonzert mit dem Saxophonquartett „Clair-Obscur“ ist Adolphe Sax gewidmet. Der Geburtstag des Erfinders des Saxophones jährt sich 2014 zum 200. Mal. „Clair-Obscur“, das sind vier klassische Saxophonisten aus Berlin, die schon seit 15 Jahren für Aufsehen sorgen. Ob als Kammermusikformation oder als Saxophonsatz der Berliner Philharmoniker: Ihr Markenzeichen sind spannende Programme voller Überraschungen – musikalisch auf höchstem Niveau und immer mitreißend präsentiert. Glasunow, Strawinsky, Schostakowitsch…Vor allem russische Komponisten nahmen die Erfindung des belgisch- französischen Instrumentenbauers Adolphe Sax schnell und mit großer Begeisterung in die Klangfarbenwelt des klassisch-sinfonischen Orchesters auf. Aber auch aus dem Blasorchester, der Bigband oder des Swing der 1920er Jahre und dem Jazz ganz allgemein ist das Saxophon nicht wegzudenken. Eine Gratwanderung durch die Genres, die sich durch nichts besser beschreiben lässt, als durch das quasi Schaffens-Motto des großen französischen Komponisten des 20. Jahrhunderts Jean Françaix: „Musique pour faire plaisir“!

Der Hamburger Verein Musikförderung veranstaltet das Russische Kammermusikfest bereits zum fünften Mal − unterstützt von mehreren Hamburger Stiftungen (vornehmlich der Hans-Kauffmann-Stiftung). Mit einer großen Nuancenvielfalt russischer Kammermusik bereichert dieses im deutschsprachigen Raum einzigartige Musikfest nicht nur das Hamburger Musikleben.

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