Valery Gergiev und das Mariinsky-Theater kommen zu Herbstfestspielen nach Baden-Baden

BADEN-BADEN. Die Herbstfestspiele 2011 stehen im Festspielhaus Baden-Baden ganz im Zeichen des russischen Komponisten Peter I. Tschaikowskys. Valery Gergiev und das Orchester des St. Petersburger Mariinsky-Theaters führen sämtliche Sinfonien des großen russischen Meisters auf. Solisten sind die im Juli 2011 frisch gebackenen Preisträger des 14. Internationalen Tschaikowsky-Wettbewerbs vom Juli dieses Jahres.

Als Kontrast zu Tschaikowsky gehen die Festspiele am Sonntag, 31.10.2011 ins Museum Frieder Burda und stellen die Gemälde Anselm Kiefers in Bezug zu Literatur und Musik.

Der Allerheiligen-Tag, Dienstag, 1. November 2011, ist ab 18 Uhr für bedeutende Werke Wolfgang Amadeus Mozarts im Festspielhaus Baden-Baden reserviert. Unter dem Motto „Festlicher Mozart“ singen unter anderem Stars wie Sopranistin Simone Kermes und Bayreuth-Shooting-Star-Tenor Klaus Florian Vogt.

Lieblinge des russischen Publikums

Die Konzerte des Mariinsky-Orchesters St. Petersburg weisen vom 28. bis 30. Oktober 2011 einen Weg zur „russischen Seele“. Nicht nur, dass sämtliche Sinfonien Tschaikowskys erklingen – mit den Besten des Tschaikowsky-Wettbewerbs schickt uns das musikverrückte Moskauer und St. Petersburger Publikum auch ihre Lieblinge zu exklusiven Konzerten. Teilnehmer und Sieger des renommierten Concours sind gleichermaßen hoch angesehen. Als der Wettbewerb 1958 mitten im Kalten Krieg startete, gewann ausgerechnet ein Amerikaner (Van Cliburn) den Klavierwettbewerb. Chruschtschow persönlich erlaubte angeblich mit dem Satz „Wenn er der Beste ist, soll er gewinnen“ den Sieg des Klassenfeinds im ersten Wettbewerb und sorgte damit für Jubel unter den Musikliebhabern in aller Welt.

Der Internationale Tschaikowsky-Wettbewerb wird seit 1958 alle vier Jahre ausgetragen. Aus ihm gingen mittlerweile international gefeierte Klassik-Stars wie Vladimir Ashkenazy, Grigori Sokolov, Andras Schiff, Gidon Kremer oder Boris Pergamenshikov hervor. 2011 übernahm Valery Gergiev die Künstlerische Leitung des Wettbewerbs und gewann prominente Jurorinnen und Juroren wie Anne-Sophie Mutter, Vladimir Ashkenazy, Teresa Berganza und Placido Domingo.

Sieger 2011: Daniil Trifonov (1. Preis Klavier)

Mit den Siegern des Wettbewerbs 2011 kommen naturgemäß noch unbekannte Namen nun zu den Konzerten der Herbstfestspiele mit Valery Gergiev. Umso spannender ist es für das Publikum, sich ein eigenes Bild davon zu machen, auf welchem Niveau der vermutlich härteste Musikwettbewerb der Welt angekommen ist. Daniil Trifonov, 1991 in Nischni Nowgorod geboren, sammelt auf seiner Internet-Seite stolz die Beweise ungläubigen Staunens über ihn. Martha Argerich zum Beispiel zitiert er aus einem Interview der Financial Times: „Gestern Abend hörte ich ihn (Trifonov) wieder bei YouTube zu – er hat einfach alles, und sogar noch mehr. Was er mit seinen Händen macht, ist technisch unglaublich. Aber es ist auch sein Kontakt zu den Tasten da ist eine solche Zärtlichkeit und gleichzeitig das teuflische Element – ich habe so etwas noch nie gehört“. Seit seinem neunten Lebensjahr lernte Daniil Trifonov in Moskau, seit 2009 gehört er zur Meisterklasse von Sergei Babayan am Cleveland Institute of Music. Unglaublich, was Trifonov in nur zwei Jahren seiner öffentlichen Pianisten-Karriere erreichte: Nachdem er 2010 die Bronze-Medaille und die Auszeichnung „Bester Mazurken-Interpret“ beim Chopin-Wettbewerb in Warschau gewonnen hatte, siegte er mit Ersten Preis und Goldmedaille beim Internationalen Rubinstein-Wettbewerb in Tel Aviv. Wenige Wochen darauf folgte dann die Sensation und der Grand Prix beim Tschaikowsky-Wettbewerb in Moskau.

Narek Hakhnazaryan (1. Preis Violoncello)

Die Washington Post nennt ihn schon das „Phänomen der Saison“ und auch andere Medien und Cello-Liebhaber geraten ins Schwärmen, wenn die Rede auf den 1988 in Armenien geborenen Musiker kommt. In Moskau begann er seine Ausbildung und absolvierte 2011 das Das „New England Conservatory of Music“ in New England, USA. Besonders in den USA machte sich Narek Hakhnazaryan bereits einen Namen als Kammermusiker und Solist einiger namhafter Orchester. In Europa trat er unter anderem schon beim Verbiers-Festival in der Schweiz sowie beim Bonner Beethovenfest auf.

Sergei Dogadyn (geteilter 2. Preis Violine)

Sergei Dogadin (Jahrgang 1988) entstammt einer musikalischen Familie. Mit sechs Jahren begann er, Geige zu lernen und ist mittlerweile als Student am renommierten Konservatorium in St. Petersburg angekommen. Als Stipendiat des Russischen Kulturministeriums gehört Sergei Dogadin zu den großen Hoffnungen der Musiknation und wird durch vielfache Wettbewerbs-Gewinne dieser Rolle auch schon gerecht. Schon 2005 war er Erster Preisträger des „Paganini“-Wettbewerbs in Moskau. Konzerte in aller Welt stellten ihn dem staunenden Publikum vor. Dogadin – so seine Biografie – spielt mit großem Respekt Instrumente, die schon Niccolò Paganini und Johann Strauß gehörten.

Quelle:  FESTSPIELHAUS BADEN-BADEN

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