In Hamburg findet zum zweiten Mal das Russische Kammermusikfest statt


Hamburg. Werke russischer Komponisten gerade in Hamburg, der Partnerstadt St. Petersburgs, zu Gehör zu bringen, ist das Anliegen des Vereins Musikförderung mit dem Russischen Kammermusikfest. International renommierte Interpreten vermitteln einen Eindruck über das vielfältige, hierzulande weniger geläufige kammermusikalische Repertoire des russischen bzw. sowjetischen Kulturraumes. Mit Samuil Feinberg (1890-1962) steht wieder ein bedeutender Komponist im Fokus des Festivals; mehrere Werkinterpretationen, wie es sie in dieser Dichte im deutschsprachigen Raum noch nicht gegeben hat, durchziehen das Programm.

Mit Kompositionen von Dmitri Schostakowitsch und Reinhold Glière eröffnet das Philharmonische Streichoktett Berlin den achtteiligen Konzertzyklus und trägt somit die hochklassige Streicherkultur der Berliner Philharmoniker in die Laeiszhalle Hamburg.

Erstmals in Hamburg gastiert Victor Bunin aus Moskau, der in seinem Klavierabend den Bogen von Sergej Tanejew über dessen bedeutendste Schüler von Skrjabin bis hin zu Anatoli Alexandrow spannt, ebenso aber Einblick in das gewichtige Schaffen seines Lehrers Samuil Feinberg gibt, von dem er in den späten 50er Jahren ausgebildet wurde.

Puschkin-Vertonungen verschiedener Meister, darunter Glinka und Rimski-Korsakow, im Wechsel mit ausgewählten Miniaturen für Klavier, präsentieren die Sopranistin Alla Kravchuk (zuletzt an den Opernhäusern Hannover und Stuttgart) und die Pianistin Natascha Konsistorum.

Das Lubotsky-Trio um den Oistrach-Schüler Mark Lubotsky, bietet die seltene Gelegenheit, die Aufführung des einzigen Klaviertrios von Nikolai Rimski-Korsakow in Hamburg zu erleben. Einen weiteren Programmpunkt bildet das im Stil der Spätromantik komponierte Trio op. 5 von Edison Denissow (1929-1996), das Dimitri Schostakowitsch gewidmet ist. Olga Dowbusch-Lubotsky und der preisgekrönte Pianist Brenno Ambrosini spielen die hochexpressive 2. Cellosonate von Alfred Schnittke, die dessen letzter Schaffensperiode entstammt und Mstislaw Rostropowitsch gewidmet ist.

Der weltweit gefragte Cellist David Geringas ist im Duo mit Jascha Nemtsov zu erleben, der sich nach dem Urteil der Zeitschrift Fono-Forum „als Pianist der Liszt’schen Ahnenreihe würdig zeigt“. Viele Werke der russischen und litauischen Avantgarde führte der gebürtige Litauer Geringas, der bei Rostropowitsch studierte, als erster Musiker im Westen auf. Geringas und Nemtsov spielen ein vielversprechendes Programm mit Werken für Cello und Klavier von Prokofjew, Rachmaninow und dem in jüngster Zeit für Furore sorgenden Zeitgenossen Mieczyslaw Weinberg.

Die Brüder Anton und Daniel Gerzenberg, Jahrgang 1991 und 1996, begannen beide mit fünf Jahren das Klavierspiel unter der Anleitung ihrer Mutter Lilya Zilberstein. Das junge Duo Gerzenberg gibt mit Originalkompositionen für Klavier zu 4 Händen von Glinka, dem Vater der russischen Kunstmusik, Anton Rubinstein, Mili Balakirew sowie Feinberg und Rachmaninow eindrucksvolle Proben seines Könnens.

Die KulturKirche Altona mit ihrer prächtigen und in Fachkreisen hochgeschätzten Orgel ließ es naheliegend erscheinen das Kammermusikfest mit einem Orgelkonzert zu bereichern. Friedemann Herz, der als großer Anwalt der Moderne gilt, präsentiert weltliche Orgelwerke, darunter von Juri Falik, Viktor Suslin und Sofia Gubaidulina, die in diesem Jahr ihren 80. Geburtstag begeht.

Mit Tanja Becker-Bender (Violine) und Lilya Zilberstein (Klavier) beschließen zwei Künstlerinnen von Weltruf den Konzertzyklus mit Samuil Feinberg, dessen Zeitgenossen Prokofjew und zwei so unterschiedlichen Vertretern der russischen Musikkultur wie Alfred Schnittke und Nikolai Medtner. Tanja Becker-Bender konzertierte u. a. unter Kurt Masur, Gerd Albrecht oder Fabio Luisi mit namhaften Orchestern (Konzerthaus Orchester Berlin, Jerusalem Symphony Orchestra, Orchestre de la Suisse Romande, Tokyo Philharmonic Orchestra). Wo immer die in Moskau ausgebildete Lilya Zilberstein einen Klavierabend gibt, wird sie von einer großen Anhängerschaft gefeiert. Die Pianistin tritt immer wieder als Solistin mit großen Orchestern und Dirigenten auf, so seit 1991 regelmäßig mit den Berliner Philharmonikern unter Claudio Abbado. Einen geradezu legendären Ruf erlangte das Klavierduo Martha Argerich und Lilya Zilberstein.

Infos und Kartenvorverkauf sind unter Tel. 040.3908481 oder www.russisches-kammermusikfest.de zu erhalten, die Kartenpreise betragen in der Laeiszhalle Hamburg 22,00 Euro, in der KulturKirche Altona und im Lichtwarksaal 18,00 Euro.

Vom 7. bis 18. September 2011
In der Laeiszhalle Hamburg, KulturKirche Altona und im Lichtwarksaal

Quelle: Musikförderung e. V.

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