Schostakowitschs „Lady Macbeth“ an der Wiener Staatsoper in Urfassung zu sehen

Wien, 24. Oktober. Die in der Sowjetunion seiner Zeit sehr umstrittene Urfassung der Oper „Lady Macbeth von Msenks“ von Dmitrij Schostakowitsch kam am 23. Oktober 2009 erfolgreich zur Aufführung an der Wiener Staatsoper. Die musikalische Leitung hatte Ingo Metzmacher inne, die Regie führte Matthias Hartmann. Die Oper entstand 1930 nach der gleichnamigen Vorlage von Nikolaj Leskov. Die Uraufführung der Oper fand 1934 statt. Das Werk stieß zunächst auf positive Resonanz in Russland und fand sogar große Beachtung im Ausland. Am 28. Januar 1936 erschien jedoch in der Zeitung „Prawda“ ein pamphletartiger Artikel, der den Titel „Chaos statt Musik“ trug und in dem über die Oper Folgendes zu lesen war: „In dieser Musik wurden mit Absicht alle herkömmlichen Regeln auf den Kopf gestellt, damit absolut nichts mehr an klassische Opernmusik erinnert, und in ihr nichts mehr verbleibt, was mit symphonischen Klängen in Verbindung zu bringen wäre – mit einfacher, allen zugänglicher musikalischen Sprache… Zeitweise grenzt die Musik an eine Kakophonie…  Alles ist grob, primitiv und vulgär…“

Des Weiteren wurde der junge Komponist Schostakowitsch in dem Artikel des Formalismus bezichtigt und ihm sogar völlige Talentlosigkeit vorgeworfen.  Die Oper kam auf die „schwarze Liste“.

Erst 1963 wurde die Oper erneut aufgeführt, nachdem der Komponist sie gründlicher Revision unterzogen hatte. Dank Mstislaw Rostropowitsch gelangte die Urfassung ins westliche Ausland und wurde 1980 auf der Wuppertaler Bühne realisiert.

In Wien wurde die Oper zwar bereits 1965 zum ersten Mal gegeben, damals jedoch noch in der zweiten revidierten Fassung. Deshalb wurde die diesjährige Premiere der Oper in Wien mit großer Spannung erwartet.

In den Hauptrollen waren zu sehen: Kurt Rydl (Boris Izmailow), Angela Denoke (als Katharina Izmailowa), Misha Didyk (Sergej).

Wiederholungstermine: 27., 30. Oktober, 2., 5., 9., 12., 15. November.

Ausgewählte Berichte von der Premiere finden Sie in der Frankfurter Rundschau , in der Welt oder auch  in der Wiener Zeitung.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s