Theater Bielefeld inszeniert „Ruslan und Ludmila“

Konzertbesucher im deutschsprachigen Raum werden sich schon häufiger gefragt haben, welche Geschichte denn nach einer solch schmissigen Ouvertüre folgen könnte, wie diejenige zu Glinkas Ruslan und Ludmila sie darstellt. Denn die dazugehörige Oper ist in Deutschland selten genug zu sehen, dabei hat sie alle Qualitäten eines Repertoirehits: Die phantasievolle Märchenhandlung geht auf Russlands berühmten Dichter Alexander S. Puschkin zurück und handelt von der Entführung der schönen Ludmila durch den finsteren Zauberzwerg Tschernomor. Um sie zu retten, macht sich nicht nur ihr Bräutigam Ruslan auf den Weg, auch seine beiden abgewiesenen Mitbewerber um ihre Gunst, Ratmir und Farlaf, galoppieren aus den schützenden Mauern Kiews hinein in ein Abenteuer, das für jeden von ihnen eine harte Prüfung bedeutet. Als Preis winkt demjenigen die Hand Ludmilas, der sie unversehrt zurückbringt.

Michail I. Glinka hat sein musikalisches Handwerk am italienischen Belcanto geschult, das hört man den wunderbaren Arien, den Ensembles und den mitreißenden Chören deutlich an. Er gilt als Begründer der russischen Romantik; in seine Fußstapfen traten Tschaikowskij, Mussorgskij, Borodin und weitere Komponisten.

Puschkin schrieb mit Ruslan und Ludmila sein erstes Buch im Alter von 21 Jahren. Stets mit dem Schalk im Nacken entwarf er eine Art russischen Gründungsmythos und widmete das Verspoem jungen, schönen Frauen: »Ich fordre weder Lob noch Dank. // Die Freude schon soll mir genügen, // Daß holde Röte überfließt // Der Jungfrau Antlitz, die verschwiegen // So arge Verse schmachtend liest.«

Regisseur Nicholas Broadhurst und seine Bühnen- und Kostümbildner Okarina Peter und Timo Dentler haben sich mit Dirigent Leo Siberski auf die Fahnen geschrieben, den Charme des Puschkinschen Ich-Erzählers bei ihrer bildkräftigen Inszenierung stets mitschwingen zu lassen.

Mit Bachtadze, Granlund, Jaffe, Janiszewski, Kaiser, Kuffner, Martin, Neuweiler, Nikolowa, Partanen.

Bielefelder Opernchor, Extrachor des Theater Bielefeld, Bielefelder Philharmoniker.

Die nächste Aufführung findet am 25. April statt. Weitere Termine sind in der Spielzeit 2009/2010 geplant.

Quelle: Theater Bielefeld

Im Folgenden können Sie ein Videoausschnitt von dem  Neujahrskonzert (2007)  mit Mariinskij-Orchester unter der Leitung von Gergijew sehen (Ouverture zu Ruslan und Ludmila):

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