Alfred Schnittke Akademie International präsentiert Werke von Sofia Gubaidulina

Am 27. März 2009, 20:00 findet in der Alfred Schnittke Akademie International (Max Brauer Allee 24, Hamburg-Altona) das nächste Konzert der Belaieff-Konzertreihe statt.

Im Programm:

Kontrabass-Präludien und Galgenliedern á 3 von Sofia Gubaidulina

Die Ausführenden:
Tatjana Bondarenko, Mezzosopran
Christian Roderburg, Schlagzeug
Alexander Suslin, Kontrabass

Das Programm ist ganz der Musik von Sofia Gubaidulina gewidmet, die zweifellos zu den wichtigsten Persönlichkeiten der zeitgenössischen russischen Musik gehört.

Die Kontrabass-Präludien basieren auf Gubaidulinas Zyklus Zehn Präludien für Violoncello solo (1974). Seit 1995 bearbeitete die Komponistin acht Präludien für Kontrabass, von denen Suslin sieben für dieses Konzert ausgewählt hat. In diesen Miniaturen wird der musikalische Ausdruck anhand von Gegensätzen erforscht: staccato/legato, arco/pizzicato etc. Diese Gegenüberstellungen durchziehen das ganze Werk. Dabei ging es Gubaidulina während des Komponierens jedoch mehr um Expressivität als um spieltechnische Aspekte, wie sie selber sagt.

Bei den Galgenliedern á 3 (1996) handelt es sich um 15 Vokal- und Instrumentalstücke auf Verse von Christian Morgenstern. Der Dichter selbst hat immer behauptet, dass die zwei Richtungen seiner Poesie (die anthroposophisch-mystische und die burlesk-humoristische) sich nicht widersprechen. „In dieser Poesie ist die Sympathie, die Liebe zur Welt der Geschöpfe – zu den Tieren und Dingen – besonders reizend. Großartig ist auch, dass diese von innen her leuchtende Ernsthaftigkeit nach außen hin nur zur Hälfte seriös ist. Sie bleibt immer Spiel – mit der Sprache, mit den Gesetzmäßigkeiten der Poesie – ein Spiel, wie man mit den Möglichkeiten der Phantastik die Grenzen der Alltäglichkeit und unserer technisierten und ideologisierten Welt überschreiten kann; wie man „aussteigen“ und eintreten kann in die Welt der herrlichen Illusion, Zärtlichkeit, Liebe, der lichten Momente und sehr häufig auch der Trauer. Und dennoch bleibt es immer ein Spiel…“ (Sofia Gubaidulina).

Eine solche Komposition verlangt von den Musikern, dass sie imstande sind, weit über klassische Vorstellungen hinauszugehen; vor allem die Vokalpartie verlangt zusätzlich schauspielerisch-sprachliches Können. Tatjana Bondarenko aus Moskau bringt diese Voraussetzung aufgrund ihrer umfangreichen Ausbildung (Moskauer Staatliche Theaterakademie) mit und hat dieses Werk (u.a. die russische Premiere) mehrfach mit großem Erfolg aufgeführt.

Auch der Schlagzeuger Christian Roderburg ist bereits seit der deutschen Uraufführung (Bochum, 25.01.1997) mit dabei. Mit seinem Spiel trägt er einen bedeutenden Teil der Partitur, die er mit Feingeist, Dynamik und Präzision interpretiert.

Alexander Suslin bestritt neben der Uraufführung fast alle Aufführungen der Galgenlieder à 3. Als Gubaidulinas ständiger Partner in der Improvisationsgruppe ASTRAEA und Uraufführungsinterpret von 8 Werken Gubaidulinas ist Suslin sehr gut mit ihrer Musik vertraut. Der Kontrabass spielt in den Galgenliedern eine exponierte und ungewöhnlich vielfältige Rolle. Das Werk verlangt vom Interpreten nicht nur die perfekte Beherrschung des Instruments, sondern auch improvisatorische und schauspielerische Fähigkeiten.

Quelle: Belaieff-Konzerte

Um einen Eindruck von der Musik Sofia Gubaidulinas zu gewinnen, sehen Sie nun das folgende Video (Viola Concerto mit Jurij Baschmet als Solist und Kölner Sinfonie-Orchester unter der Leitung von Semjon Bytschkow):

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s