Quellenforschung

Rezi zum Buch „Kolonisten, Sowejtdeutsche, Aussiedler“ von Viktor Krieger. Danke an Melitta Roth!

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Bereits Ende letzten Jahres hat die Bundeszentrale für politische Bildung ein Buch des Historikers Dr. Viktor Krieger herausgebracht. Es heißt: Kolonisten, Sowjetdeutsche, Aussiedler. In drei Teile gegliedert, beschäftigt es sich mit der Auswanderung der ersten Siedler ins russische Reich vor 250 Jahren, mit dem Leben ihrer Nachkommen im Sowjetstaat und schließlich mit ihrem Verbleib nach der Auflösung dieses Staates.

Ich habe es zunächst durchgeblättert und gedacht, aha, Vertreibung, aha, Fotos in schwarz-weiß, alte Schriftstücke aus Archiven, kenn‘ ich schon.

Doch dann habe ich mich hingesetzt und angefangen, wirklich zu lesen.

Choritza_1912 Deutsche Klasse in der Choritza-Region um 1910

Ich kann diesem Buch zwar nicht entnehmen, worüber sich die Leute damals beim Frühstück unterhalten haben, wie sie ihr Brot schnitten, auf russische oder aus deutsche Art, aber ich lerne, dass es seinerzeit unter den Siedlern-Eigentümern an der Wolga und an anderen Orten Arm-Bauern gab, die kein Land besaßen. Ich bekomme eine Übersicht…

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Pervez Mody – die Fünfte mit Musik von Skrjabin erschienen

Der indische Pianist Pervez Mody setzt seine Gesamteinspielung der Klaviermusik Alexander Skrjabins (1872-1915) fort

Booklet ThorofonDie meisten Komponisten waren auch gute Pianisten, und einige von ihnen waren sogar regelrechte Klaviervirtuosen, man denke nur an Mozart, Beethoven, Chopin oder Rachmaninow. Manche dieser Klavier-Komponisten haben fast ausschließlich für ihr Instrument komponiert. Der bekannteste Fall ist natürlich Frederic Chopin, der nie eine Oper, eine Symphonie oder auch nur ein Kammermusikwerk ohne Klavier geschrieben hat.

Der härteste Fall eines fast puren Klavierkomponisten nach Chopin dürfte der Russe Alexander Skrjabin sein. Der hat zwar drei Symphonien und zwei symphonische Fantasien für Orchester geschrieben, aber ansonsten dominiert in seinem Schaffen fast ausschließlich das Klavier. Neben Chopin und vielleicht noch Robert Schumann ist Skrjabin das Beispiel eines Komponisten, der fast ausschließlich für das Klavier und vom Klavier aus dachte. Mehr von diesem Beitrag lesen

Ulitzkaja auf der Bühne – Premiere der Oper „Doktor Gaaz“ von Alexej Sergunin

Am 16. April müsste man in Moskau sein. Nach Moskau, nach Moskau, wie die drei Schwestern von Tschechow. Denn da ist die Premiere der Oper ‘Doktor Gaaz“ nach Texten von Ljudmilla Ulitzkaja. Alexej Sergunin ist der Komponist und die Autorin hat selbst das Libretto verfasst. Sie nennt die Arbeit an der Oper ihr ‘drittes Leben’. […]

über Short Cut: die Ulitzkaja on Stage — scherben sammeln

Mathias Baier und Elisaveta Blumina – Russische Preziosen für Fagott und Klavier

LY_Flyer_Belaieff_190516-001Belaieff-Konzertreihe lädt am 19. Mai 2016 um 20 Uhr
in die Alfred-Schnittke-Akademie (Hamburg-Altona) ein.

Zum Konzert mit Mathias Baier (Fagott) und Elisaveta Blumina (Klavier).

Mathias Baier stammt aus Rostock. 1974 übersiedelte er mit der Familie nach Berlin, wo er die Spezialschule für Musik (heute C.Ph.E.Bach-Gymnasium) besuchte und anschließend Fagott an der Berliner Musikhochschule „Hanns Eisler“ studierte. Er gründete das Bläserquintett „Kammervereinigung Berlin“, eines der wenigen Ensembles, das zweimal in Folge Preisträger beim ARD-Wettbewerb wurde, sowie Preisträger in Colmar und beim Deutschen Musikwettbewerb Bonn. Als Solist gewann Baier den 1. Preis beim Wettbewerb der Musikakademie in Warschau. Nach 3-jähriger Substituten- und Praktikantentätigkeit an der Staatskapelle Berlin trat Baier 1987 die Stelle des Solo-Fagottisten in diesem Orchester an. Seit 1994 ist er außerdem Solo-Fagottist im Orchester der Bayreuther Festspiele.

Vielfältige Tätigkeiten, musikalisch und organisatorisch, in diversen Kammermusik-Vereinigungen weisen Mathias Baier als Mehr von diesem Beitrag lesen

Der neue Literaturalmanach ist erschienen

Das (hoch-)gelobte Land –  Almanach 2015 /16 der Deutschen aus Russland ist erschienen

(Gastbeitrag von Melitta Roth)

Almanach_2015_16_Böpple_cover_groß.jpgIm März dieses Jahres erschien im Anthea Verlag eine Anthologie, die seit 1995 in fast regelmäßiger Folge vom Literaturkreis der Deutschen aus Russland herausgegeben wird. Werke von mehr als zwanzig Autoren und Autorinnen sind diesmal versammelt – darunter bekannte Namen wie Eleonora Hummel, Elena Seifert, Agnes Gossen, Artur Rosenstern oder Andreas Peters, ebenso wie einige beachtenswerte Neuentdeckungen. Mit dabei sind Literaturschaffende, die als Erwachsene oder als Kinder nach Deutschland gekommen sind und mittlerweile auch solche, die hier geboren wurden.

„Das (hoch-)gelobte Land“ lautet bezeichnenderweise der Titel dieser Sammlung. Er verweist darauf, dass die Menschen im Zuge ihrer Auswanderung nach Deutschland so manche Illusion über die neue Heimat gehegt haben, die sich nach der Ankunft recht bald in Luft aufgelöst hat. Der rote VW-Käfer auf dem Umschlag, als eine Reminiszenz an die bundesrepublikanische Ära und ein Symbol für das Deutsche an sich, deutet mitsamt seiner Spiegelung ebenfalls das Andocken an dieses varzaubert-entzauberte Land an. Herausgekommen ist eine abwechslungsreiche Mischung aus Mehr von diesem Beitrag lesen

Musikalisches Intermezzo: Tariverdiev reloaded

Scherbensammlerin schreibt:

Folgende Geschichte: 2011 sucht ein britischer Musikproduzent mit einer Freundin Zuflucht vor dem frostigem Schneewind in einem Moskauer Café und als seine Begleiterin ihn etwas fragt, hört er gar nicht hin, so sehr ist er hingerissen von der Musik, die gerade gespielt wird. Als er die Bedienung fragt, was da grade läuft, antwortet sie : Ach, das ist etwas von früher.

Die Musik im Café war der Soundtrack zum Film «До свидания, мальчики!» Auf Wiedersehen Jungs! aus dem Jahr 1964, sein Erschaffer: Mikael Tariverdiev, einer der bekanntesten Filmmusikkomponisten der Sowjetunion.

Für den Briten Stephen Coats beginnt mit dieser Platte (die er bald ergattert) eine Reise in die Welt der russischen Filmmusik der Sechziger/Siebziger Jahre und insbesondere in das Leben und Schaffen des außergewöhnlichen Musikers und Komponisten. Er trifft sich mit seiner Witwe Vera Tariverdieva, die im gleichen Appartment lebt wie zu Lebzeiten ihres Mannes. Dort scheint die Zeit stehen geblieben zu sein, sie bewahrt die Erinnerung an ihren berühmten Gatten, widmet sich seinem Nachlass. Sein Studio ist noch genau so wie vor dreißig Jahren, nichts ist angetastet. Hier findet Coates alte, gut erhaltene Tonband-Aufnahmen, die entweder nie veröffentlicht wurden oder zu den Filmen gehören, die das kulturelle Leben der Sowjetunion stark geprägt haben…

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RUSSISCHE MUSIK FÜR SAXOPHON mit SONIC.ART Quartett

 

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SONIC.ART SAXOPHONQUARTETT

Ruth Velten (Sopransaxophon)
Alexander Doroshkevich (Altsaxophon)
Adrian Tully (Tenorsaxophon)
Annegret Schmiedl (Baritonsaxophon)

unterwegs
Von Japan nach Nigeria, von Russland nach Mexiko, von Algerien bis ins entlegenste Städtchen Irlands: So weit reiste sonic.art, um eine außergewöhnliche Mischung aus neuer Musik und klassischem Saxophonquartett-Repertoire zu präsentieren. Ebenso international ist auch die Besetzung – die vier Musiker leben und arbeiten in Berlin, stammen aber aus Deutschland, Australien und Weißrussland. Mehr von diesem Beitrag lesen

Unsere Weihnachten in Russland – der Wettbewerb 2015

Quelle: Unsere Weihnachten in Russland – der Wettbewerb 2015

Aydar Gaynullin & Friends in der Berliner Philharmonie

PastedGraphic_portrait_smallNicht nur in seiner russischen Heimat ist Aydar Gaynullin ein Star, auch in vielen anderen Ländern  hat sich der Akkordeon-Virtuose bereits einen Namen gemacht: Er spielte für Präsidenten und Staatschefs verschiedener Länder wie Michail Gorbatschow, Wladimir Putin, Jacques Chirac, Kim Chen Nir, Spaniens Königin Sophia, Malaysias Prinzessin und den Scheich von Kuwait. Zudem schreibt Gaynullin Musik für Theaterstücke und Kinofilme, hat  mehrere CDs und DVDs aufgenommen und gastierte in diversen TV-Shows. Nach zahlreichen erfolgreichen Konzerten in Deutschland kommt es nun zu einer ganz besonderen Begegnung in der Berliner Philharmonie: Der mehrfach preisgekrönte Akkordeonist wird erstmals unter musikalischer Begleitung des Berliner Residenz Orchesters  auftreten und verleiht seiner expressiven künstlerischen Energie damit eine passende Untermalung.

„Tango de Amor“ am 03.04.2016 , 17:00 Uhr

Kammermusiksaal der Philharmonie mit Aydar Gaynullin (Knopfakkordeon, Akkordina),), Borislav Strulev (Violoncello), Aleksey Wagner (Gitarre), Sergey Shamov (Cajon, Udu, weitere Perkussionsinstrumente), Arkady Shilkloper (Flügelhorn, Waldhorn, Alphorn), Dorian Wilson (Dirigent), Elias Faingersh (Posaune) und dem Berliner Residenz Orchester unter der Leitung von Vladi Corda.

Aydar Gaynullin

Bereits mit acht Jahren begann der 1981 in Moskau geborene Gaynullin seinen Unterricht auf dem Bajan (russische Form des Knopfakkordeons). Mehr von diesem Beitrag lesen

„Das bucklige Zauberpferdchen“ tanzt in Baden-Baden

 

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Foto: N. Razina

Das Mariinsky-Ballett tanzt 2015 in seiner Baden-Badener Weihnachtsresidenz eines der bekanntesten russischen Märchen. „Das bucklige Zauberpferdchen“ wird von Mariinsky-Chef Valery Gergiev persönlich dirigiert. Klassiker wie „Schwanensee“, „Le Corsaire“ und „Scheherazade“ sind ebenso im Programm.

BADEN-BADEN – Als Pjotr Jerschows Märchen „Das bucklige Pferdchen“ (Konyok-Gorbunok) 1834 erstmals erschien, machte es seinen Autor über Nacht berühmt. Fast jedes russische Kind schloss danach den vierbeinigen Helden in sein Herz – bis zum heutigen Tage. Auch das Mariinsky-Ballett hat den langohrigen Tolpatsch mit den besonderen Talenten in die Compagnie aufgenommen – ehrenhalber sozusagen. Mit der 1955 entstandenen Musik von Rodion Shchedrin ist das Märchen nun als großes Familienballett von Alexei Ratmansky am 20. und 21. Dezember 2015 (18/19 Uhr) erstmals im Festspielhaus Baden-Baden zu erleben.

Mariinsky-Chef Valery Gergiev dirigiert die beiden Vorstellungen „Das bucklige Zauberpferdchen“ persönlich. Mehr von diesem Beitrag lesen

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